Den 140 Festgästen, die auf Einladung der Preisträger und der Ortegagesellschaft zur Verleihung des Ortega-Kulturpreises nach Stuttgart gereist waren, bot ein wunderschöner Frühlingstag im Park von Schloß Solitude die bezaubernde Umweltkulisse für einen herzlichen Empfang durch die Gastgeber.

Ein mildwarmer Frühlingsabend legte einen Hauch von Duft spät blühenden Jasmins und einer üppigen Rosenpracht über die Arkaden von Solitude, als ab ca. 16.30 Uhr die Festgäste nach und nach eintrafen.

Dort, in den Arkaden wurden die Besucher mit kühlen Getränken, mit Tee und Kaffee und mit zarten Gaumenhäppchen zur Einstimmung verwöhnt.

Der Festredner, Dr. Rüdiger Safranski, wurde in Begleitung seiner Gattin vom Bildungsbürgertum der Jägerschaft in den Arkaden des Schlosses bei einem Begrüßungsgetränk umschwärmt, wie es einem intellektuellen Star wohl auch gebührt. Die Spitzen der Jagverbände, vom nationalen und internationalen CIC bis zu Vertretern des Fortministeriums und der Landesjagdverbände diskutierten angeregt aktuelle Problemfragen der Jagd und Ökologie. Heiko Hornung war als Vertreter eines früheren Preisträgers, der Jagdzeitschrift WildundHund, als deren Chefredakteur anwesend und beteiligte sich mit kommunikativem Engagement an der Diskussion aktueller Problemfragen von Jagd, Jagdpolitik und Gesellschaft. Für die in gebildeten Jägerkreisen besonders geschätzte Jagdzeitschrift HALALI nahm Ilka Dorn an dem Festakt teil und erwies so auch den Kollegen der österreichischen Jagdzeitschrift DER ANBLICK freundschaftliche Reverenz.

ORTEGA-PREIS für JAGDKULTUR

Von der Leitkultur zur Jagdkultur: Die Werte und Normen des Weidwerks

Mit dem Jägerchor aus: DER FREISCHÜTZ von Carl Maria von Weber empfing die Parforcehorn-Bläsergruppe Hegau-Bodensee unter Leitung von Hornmeister Arthur Rigger

gegen 17 Uhr die Festgäste und Honoratioren im WEISSEN SAAL von Schloß Solitude.

Dr. Günter R. Kühnle, Generalbevollmächtigter der Deutschen Gesellschaft José Ortega y Gasset, begrüsste die Festgäste mit heiter herzlichen Worten. Er  empfinde besondere Freude am Ausdruck des kulturellen Fortschritts, den die zum Preis  ausgewählten  Persönlichkeiten, Professor Dr. Klaus Mangold bzw. für die Jagdzeitschrift DER ANBLICK: Chefredakteur Ing. Martin Ossman und der Landesjägermeister der Steiermark, Baron Franz Mayr-Melnhof-Saurau, repräsentieren.

Inhaltlich  begegne uns der ANBLICK im Ausdruck einer  Denkweise, die in idealer Verschränkung von Erinnerungskultur mit einem tiefgründendem  Verstehen   kultureller, nämlich jagdpolitischer Veränderungen  sich in notwendiger Verschränkung mit gleichartigem Wandel der europäischen Leitkultur  bewege.

Durch ein  spezifisch auf kulturevolutiven Rang ausgerichtetes Problembewußtsein befinde   sich das in vielen Beiträgen des ANBLICKs anzutreffende intellektuelle Niveau  kulturell und emotional im Einklang mit dem gefühlten  Welterleben des modernen Menschen in Europa  und somit auch auf der Höhe der Zeit.

Das Weidwerk im deutschsprachigen Raum könne so seine Wurzeln im besten Sinne konservativ bewahren und sich gleichzeitig im Sinne von José Ortega y Gasset in der Werteorientierung  dem jagdkulturellen Wandel öffnen, der immer notwendig auch ein Abbild der je konkreten Form der Leitkultur sei. Die enge Verschränkung von europäischer Leitkultur mit Jagdkultur, eine ihrer Subkulturen, lasse unabdingbar eine Öffnung bisher vor allem bei der organisierten Jägerschaft (Verbände) anzutreffenden insulativen Abschottung fordern. Das Problem könne nur  in einem  kompetent kommunikativen Diskurs, nicht aber  in polarisierendem Streit gelöst werden, wenn die Jagd ihrer traditionellen Werte nicht verlustig gehen soll, so Kühnle.

Er lobte die vorbildhafte Mission von Professor Dr. Klaus Mangold im Dienste des Weidwerks, wie  es im deutschsprachigen Raum traditionell mit Bewahrung unaufgebbarer Werthaltungen gepflegt werde. Als Botschafter der Werte und Normen im Geiste der Jagdkultur im deutschsprachigen, vor allem noch konkreter manifestiert im österreichischen Raum, trage der Preisträger  die geistigen Leitlinien der Jagdkultur seiner Gesellschaft in die Welt.

Speziell diese Verdienste um das Weidwerk im Völker verbindenden Verständnis hob später der Laudator des Preisträgers, Albrecht Fürst zu Oetingen-Spielberg, hervor.

Dr. Kühnle blickte auf die Janusköpfigkeit der jagdkulturellen Gestalt in Deutschland bzw. Österreich, die bei den Preisträgern unterschiedlich zum Ausdruck komme.

Während die jagdpolitische Flanke der Jagdkultur stärker von dem Preisträger Prof. Dr. Klaus Mangold besetzt werde, bemühe sich Chefredakteur des ANBLICK, Ing. Martin Ossmann, mit seinem Team sowie die Leitung der steierischen Jägerschaft unter geistiger und organisatorischer Ägide ihres Landesjägermeisters, Baron Franz Mayr-Melnhof-Saurau um die Kultivierung der Mensch-Tier-Beziehung in den exponierten, meistens im vorderen Heftteil redaktionell angeordneten Beiträgen ihrer Jagdzeitschrift. Hier verstehe der Jäger seine motivationalen Jagdbedürfnisse nicht im Geiste des alten Humanismus aus dem Aspekt einer Krone der Schöpfung, sondern trete bescheiden zurück in die Natur neben Tiere und Umwelt als dienendes Glied der Schöpfung.

Auf diese im besten Sinne konservative Weise pflege die Crew des ANBLICKs jagdliches Brauchtum als Erinnerungskultur, die sich gleichzeitig den neuen Ansätzen einer ökologischen Herausforderung (Der Neue Humanismus) verpflichtet fühle. Der ANBLICK sei damit wohl ein Modellfall für die Kontinuität einer Subkultur im Bewußtsein ihrer Verantwortung gegenüber der Leitkultur, gegenüber dem gesellschaftlichen Mainstream. Daß also Anpassungen zum Überleben notwendig sind, das weiß der ANBLICK aus seinem profunden Verständnis der Evolution. Toleranz gegenüber sogenannten Jagdgegnern praktiziert DER ANBLICK nicht im Geiste von laissez faire, sondern im Respekt vor dem Recht des Anderen, auch anders denken zu dürfen. Dem steierischen Jäger gelinge auf diese Weise ein jagdkultureller Fortschritt ganz intelligent und elegant, wie es scheine, gewissermaßen im bekannten Wirken der invisible hand im Geiste von Adam Smith, die den Eigennutz stärkt, indem sie das gemeinschaftliche Wohl der Gesellschaft  fördert, so Kühnle.

Mit Blick auf den kulturellen Wandel allgemein und eine gleichartige Entwicklung auf dem Feld von Jagdkultur, wie sich solche Veränderungen vor allem im deutschsprachigen Raum zeigen, könne ein kopernikanisch zu nennender Umbruch im Verständnis der Inhalte von Jagd, wie dieser aktuell zu erkennen sei, nur durch Persönlichkeiten eine gewünschte Richtung bewahren, die mit den Wurzeln des Baumes verbunden sind und seinem Wachsen den Weg weisen können. Ein Baum, der mit den werthaften Interessen einer sehr heterogen verfassten modernen Gesellschaft Jagd längst nicht mehr bloß als Jagd auf Wild begreift. Die Vordenker der deutschsprachigen Jägerschaft haben allerdings noch nicht begriffen, daß Jagd als eine Konstante der Evolution auch in Beziehung zur Kultur steht, nämlich als anthropologische Entität der Natur der Natur des Menschen. Sie besitzt für alle Lebewesen universelle Existenzbedeutung, im biotischen wie im geistigen Raum.

Mit speziellen jagdpolitischen und kulturellen Gedanken dieser Art begleitete Dr. Kühnle seinen Begrüßungsdiskurs, und unterlegte ihm damit auch den Anschein einer Botschaft.

Der Generalbevollmächtigte begrüßte im Namen der Ortegagesellschaft weiterhin die Exzellenzen und Honoratioren, den Vertreter der Landesregierung Baden Württemberg, Landwirtschaftsminister  Peter Hauk, die Präsidenten des nationalen und übernationalen CIC (Dr. Wilhelm von Trott zu Solz und Dr. Jürgen Böckel) bzw. einiger Landesjagdverbände unter diesen Dr. Jörg Friedmann, Landesjägermeister von Baden Württemberg zusammen mit dem Ehren-Landesjägermeister Dr. Dieter Deuschle, den Laudatoren Dr. med. Jörg Mangold mit Gattin sowie Albrecht Fürst zu Oettingen Spielberg mit Fürstin Angela, Jobst Schmidt, Vorstand des FORUM LEBENDIGE JAGDKULTUR e.V., Vertreter der Industrie und Wirtschaft, den Textilhersteller Wolfgang Grupp und andere, die Grafen Waldersee, Leutrum und andere Vertreter des Hochadels sowie Repräsentanten der renommierten Jagdpresse mit Chefredakteur Heiko Hornung und Ilka Dorn.

Dem Festredner widmete Dr. Kühnle besondere Aufmerksamkeit.

Im  Namen der Ortegagesellschaft und der Festgästen beglückwünschte er Dr. Safranski zu einer besonderen Ehrung, dem mit 20 000 € dotierten  Ludwig Börne Preis 2017, mit dem dieser drei Tage zuvor in der Frankfurter Paulskirche ausgezeichnet wurde. Kühnle äußerte sich zum Inhalt des Börne-Preises und zu dessen Stiftungsanlass.

Der Preis werde seit 1993 zur Erinnerung an Ludwig Börne jährlich in Frankfurt in der Paulskirche an deutschsprachige Publizisten verliehen. Vor Dr. Rüdiger Safranski seien mit dem Preis beispielsweise auch Rudolf Augstein, Marcel Reich-Ranicki, Frank Schirmacher, Peter Sloterdigk, Bundespräsident Joachim Gauck et al. geehrt worden.

Börne studierte Medizin in Berlin und Rechtswissenschaft in Heidelberg, lebte überwiegend in Frankfurt und übermittelte später, nach 1820, kulturpolitische Beiträge nach Deutschland im Bemühen, die deutsch-französische Freundschaft zu fördern und zu pflegen. Dabei ging es dem Autor um bessere Vermittlung eines Verständnisses des französischen Kulturlebens mit der spezifischen „gallischen“ Lebensform. Börne  war Freimaurer, profilierte sich als revolutionärer Demokrat und politischer Journalist, Teilnehmer am Hambacher Fest. Er gründete mit Heinrich Heine das „Junge Deutschland“ mit der Forderung einer politischen Literatur. Sein politisches Credo bestand in der Überzeugung, daß nur die Demokratie allein Voraussetzung für Freiheit sei. Für dieses Ziel setzte er sich leidenschaftlich vor allem mit Berichten nach Deutschland aus seiner Wahlheimat Paris ein.

Heute aber stehe der ORTEGA-PREIS für JAGDKULTUR im Blick, so Kühnle. Deshalb erwarteten die anwesenden Festgäste den Vortrag von Dr. Rüdiger Safranski zur kulturellen Gestalt Europas im Geiste der Vision von José Ortega y Gasset, die er in seinem Europavortrag 1953 in München entworfen habe, mit Spannung und Freude.

Es sei gelegentlich ein Unverständnis wahrzunehmen, wenn Jägerinnen und Jäger keinen unmittelbaren Bezug zwischen der Jagd im Sinne des Weidwerks und Kultureuropa leichthin herzustellen bereit und in der Lage seien.

Was hat die Jagd mit Europapolitik zu tun? – so die erstaunte Frage einiger Festgäste in Gesprächen beim Empfang vor der Solitude.

Die Verwunderung sei verständlich, so Dr. Kühnle, wenn man bedenke, daß Jagdkultur in Jägergemütern bisher fast ausnahmslos mit der Vorstellung von Brauchtum und Jagdmoral verbunden werde. Es sei aber eine immer dringender werdende Anforderung an das Kulturverständnis des modernen Jägers, über den Tellerrand von überwiegend durch Erinnerungskultur geprägtem Vorstellen, Denken und Fühlen hinaus eine Verbindung zur Leitkultur der Gesellschaft herzustellen, der die deutschsprachige Jägerschaft angehöre.

Die insoweit von der organisierten Jägerschaft noch immer beibehaltene insulative Position durch Abschottung zur Gesellschaftskultur, zu ihren kulturellen Umbrüchen mit Veränderung von Wertepräferenzen sei aber gerade der Kern einer vermeintlich jagdfeindlichen Entwicklung, die es so überhaupt nicht gebe. Vielmehr habe die Jägerschaft es versäumt, sich einer kulturevolutiven Strömung zu öffnen und entsprechend intelligente eigene Konzepte zu entwickeln, wenn es gelte, die generell gegebene Subjektivität des individuellen Jagdmotivs mit der Objektivität der Umweltanforderungen zu versöhnen, die mit ökologischen und mannigfachen Eigentumsinteressen der Lust des Jägers entgegenstehen, frisch, frei und fröhlich ungebunden zu jagen.

Der Redner leitete seinen Festvortrag „ACH   EUROPA?“ mit einer Anregung  ein, die zentrale Ideengeschichte von Kultureuropa in den Blick zu nehmen.

„Machen wir doch einmal die Probe und überlegen, welche fundamentalen Ideen es denn sind, die in der europäischen Geschichte wurzeln (…).“

Safranski wählte drei dieser Ideen, deren Wirkung auf die heutige Gestalt Europas ihm besonders effektiv erscheinen:

„Diese Ideen des Individualismus, der Freiheit und der Gewaltenteilung ergeben zusammen schon ein gewaltiges kulturelles Erbe Europas, aktuell und wirksam bis auf den heutigen Tag.“

Während anlässlich der Verleihung des Ortega-Kulturpreises 2015 im Deutschen Jagdmuseum in München der Festredner Dr. Peter Gauweiler MdB die äußere Struktur, die Verfassung Europas in einem historischen Aufriß von der Antike bis zur Aktualität unserer Tage mit der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes zu relevanten gesellschaftspolitischen Fragen problematisierte und so die äußere Gestalt Europas, den staatspolitischen Rahmen besonders in den Blick nahm, wendete sich Dr. Rüdiger Safranski mit den oben näher bezeichneten Themen der Seele, der Kultur Europas zu, die freilich auch nur in einem kollektiven Gefüge von Menschen zu denken ist, die einem Leviathan (Thomas Hobbes), einem Staate angehören und so mit Bändigung ihrer naturwüchsigen Aggressivität und dem individuellen Egoismus als erste kollektive kulturelle Leistung überhaupt ihre Wolfsgemüter sozialisiert haben.

Safranski erinnerte daran, daß aus dem Prinzip der Individualität die meisten normativen Ideen entspringen, „welche die aufgeklärte Moderne ausmachen: Meinungs- und Gewissensfreiheit, Toleranz, Gerechtigkeit und Recht auf körperliche Unversehrtheit“.

Er berief den Liberalismus, der im 18. Jhd. in Europa aufkam, zum eigentlichen Bewältiger des Homo Lupus, der die sozial negativen Triebe aus der Wurzel des Egoismus zu lenken in der Lage sei:

„Wie lenkt man, ohne Freiheit zu ersticken? Antwort: Man nutzt die Dynamik des Egoismus, aber bindet sie in eine Ordnung aus Konkurrenz und Wettbewerb ein. (…) Der pfiffige Gedanke des Liberalismus ist  europäisches Aufklärungserbe und findet sich beispielsweise bei Kant, (…).“

Kants Erkenntnis laute: “Wir konkurrieren uns empor! Das ist Kants liberales Glaubensbekenntnis.“

Safranski berühmte zwei weitere Ideen als die Gestaltungselemente von Kultureuropa heute: Das Prinzip der Freiheit und der Gewaltenteilung.

„Der moderne Sozialstaat, wie er in verschiedenen Ausprägungen in Europa besteht, ist ein Produkt dieser Gewaltenteilung zwischen Ökonomie und Politik.“

Anders als Ortega, dessen Vision die Vereinigten Staaten von Europa gewesen ist, fordert Safranski „die Zähmung und Zivilisierung der Nationen“.

„(…) was wir brauchen ist das Europa der auf einer verbindlichen Wertegrundlage kooperierenden Nationalstaaten, ein Europa irgendwo zwischen dem Europa der Vaterländer und einem Superstaat, ein Europa des Subsidiaritätsprinzips, bei dem die nächst höhere Ebene nur Aufgaben übernimmt, welche die Ebenen darunter nicht bewältigen können.“

Sanfranski  schloß den Festvortrag mit einer Mahnung an die aktuelle Europapolitik:

„Kurzum: Vorsicht also gegenüber den Elefantenträumen der Großstaatsbefürworter. Sie entsprechen eben nicht dem Europa des Individualismus, der Freiheut, der Demokratie, der Pluralität, der Gewaltenteilung- was alles die Werte und das eigentlich Liebenswerte Europas ausmacht.“

Peter Hauk, Minister für Landwirtschaft und Verbraucherschutz übermittelte den Preisträgern und Teilnehmern des Festaktes die Grüße und Glückwünsche der Landesregierung  von Baden-Württemberg.

In seiner Ansprache hob Minister Peter Hauk mit Rekurs auf Ortegas Lebensphilosophie hervor, Jagd und Philosophie seien „in einem zentralen Punkt (…) vergleichbar". Das Wesentliche an der Jagd sei für uns im 21. Jahrhundert nicht das erlegte Wildbret. Und schon garnicht das Töten von Tieren als kulturell entkleidete Handlung.

Wer dagegen einen Teil seiner Existenz einer Sache hingibt, so Minister Peter Hauk, „der tut dies um der Sache willen. Er tut dies in freier Entscheidung für diese Sache. Mit dieser Entscheidung wird der Weg zum Ziel.“ Es sei ein Vorrecht des Menschen, einen Teil seiner Existenz an eine Sache hinzugeben. Darin liege der Kern der Freiheit des Menschen, zwischen Alternativen frei wählen zu können, nicht einer Instinktdeterminiertheit folgen zu müssen, sondern  in Freiheit selbstgewählten Gründen für Entscheidungen zu folgen. Der Fluch der Genesis, daß wir im Schweiße unseres Angesichts unseren Lebensunterhalt sichern werden, erfasse nicht unsere gesamte Existenz, so der Minister.

Mit diesen Äußerungen brachte Peter Hauk den Inhalt des von Ortega gewählten Symbols des Bogenschützen als Modell für gelingendes Leben in den Blick: „Das Leben heißt, auf ein Ziel abgeschnellt sein, auf etwas zuzuwandern. Das Ziel ist nicht mein Wandern, nicht mein Leben; es ist etwas, woran ich mein Leben setze und das ist ausserhalb, jenseits des Lebens ( José Ortega y Gasset, GW III, S. 115).

Zum Preisträger Prof. Dr. Klaus Mangold gerichtet würdigte der Minister Mangolds Persönlichkeit :

„Für die Jagd in Deutschland war es ein Glücksfall, daß Sie sich ihr zugewendet haben. (…) Einen Teil Ihres Lebens haben Sie der Jagd gewidmet.  Als Persönlichkeit mit Gestaltungswillen haben Sie die Jagdkultur mitgestaltet. Und als Person haben Sie sich von Ihren Erlebnissen und Erfahrungen bei der Jagd prägen lassen. Mit dieser Haltung stehen Sie in geistiger Verwandtschaft zu dem humanistischen Kulturphilosophen Don José Ortega y Gasset. Ich freue mich über die kluge Entscheidung des Stifterkreises, Sie mit dem Preis, der den Namen dieses markanten Denkers des 20sten Jahrhunderts trägt, auszuzeichnen.“

Dr. Günter R. Kühnle übergibt den Preisträgern die Urkunden zur Auszeichnung mit der Ortega-Preis für Jagdkultur 2017

Kategorie: Allgemein, Ortegas Jagd